Links: Erol Sarp, Rechts: Lukas Vogel

8 mal 8 – Start unserer Interview-Serie

8 mal 8 – Mit diesem Format aus acht Fragen an acht Akteure oder Gruppen wollen wir euch in den kommenden Tagen acht Sparten vorstellen, die unser Festival n.a.t.u.r. maßgeblich ausmachen und tragen. Was die Akteure zu sagen haben, drücken sie in der Regel ja mit ihren Arbeiten aus. Wir möchten mit 8 mal 8 aber auch gerne die Menschen kennenlernen, die hinter ihrer Arbeit oder ihrer Performance stecken. Wir starten unsere 8 mal 8– Interview-Serie heute mit der Sparte Musik und den Grandbrothers.

Lukas Vogel und Erol Sarp sind zusammen die Grandbrothers. Nach gefeierten Festival-Gastspielen auf dem Haldern Pop oder dem c/o Pop Festival in Köln, spielen die Grandbrothers, im Rahmen des Festivals n.a.t.u.r., am 27. September in der Christuskirche in Bochum. Das Piano-Duo kreiert einen einmaligen Sound, der klassische Klavierkompositionen mit elektronischer Klangästhetik und modernen Produktionsmitteln verbindet. Im Vorfeld des Festivals haben wir mit den beiden sympathischen Klangkünstlern ein Kurzfragen-Interview geführt.

Erol und Lukas, es sind unruhige und stürmische Zeiten. Welche gesellschaftlichen Themen bewegen euch zur Zeit am meisten?

Lukas: Wir halten uns mit gesellschaftlichen und politischen Aussagen eher bedeckt, verfolgen die aktuelle Flüchtlingssituation und entsprechende Parolen, wie viele andere auch, mit großer Besorgnis.

Erol: Umso schöner ist es zu sehen, dass es viele Aktionen gibt, die den Flüchtlingen zeigen, dass sie hier willkommen sind. Beispielsweise an diversen Bahnhöfen, an denen Menschen mit Applaus und Geschenken auf die Flüchtlinge warten und diese empfangen.

Was würdet ihr als euer persönliches Schlüsselerlebnis in letzter Zeit betrachten?

Lukas: Ich war vor ein paar Wochen zum ersten Mal Fallschirmspringen. Das war auf jeden Fall ein ganz besonderes Erlebnis. Ich will nun definitiv den Schein machen, um auch alleine springen zu können. Beim Sprung erlebt man ein unglaublich intensives Freiheitsgefühl.

Erol: Momentan konzentriere ich mich viel auf die Musik. Da sind kleine wie große Erfolge gerade sehr wichtig für mich und zukunftsweisend.

 

Bleiben wir bei der Musik. Wie würdet ihr eure Musik bzw. euren Musikstil für Menschen beschreiben, die euch noch nicht kennen?

Erol: Das ist immer etwas schwierig. Da fallen oft so Begriffe wie „Ambient“,„Neoklassik“ oder „Intelligent Dance Music“, mit denen aber auch keiner wirklich was anfangen kann. Ich hab da noch keine gute Beschreibung gefunden und druckse immer etwas rum…

Lukas: …in unserer Musik stecken viele verschiedene Genres, die wir gerne hören und mögen. Vielleicht so etwas wie Klaviermusik mit Elektronik und Beats.

 

Was motiviert euch?

Lukas: Wir wollen mit unserer Musik sicher auch die Leute bewegen. Also emotional bewegen, aber auch physisch. Auf Konzerten, bei denen die Leute stehen, ist es immer ganz schön zu beobachten, dass viele anfangen zu tanzen. Das war von Anfang an das Konzept: Eine Mischung aus musikalischer Tiefe und Tanzbarkeit.

Erol: Und wenn nach einem Konzert jemand kommt und sagt „Ich hab geweint und getanzt“ (das ist echt schon vorgekommen!), dann haben wir eigentlich genau unser Ziel erreicht.

 

Vervollständigt folgenden Satz – Das Festival n.a.t.u.r. ist für uns…

Erol: …wir sind noch nicht so lange in Bochum und müssen die ganze Szene hier noch erkunden. Nachdem wir für das Festival angefragt wurden, haben wir uns das Programm angeschaut und fanden die Ideen und Ansätze sofort gut. Wir haben gerne zugesagt.

Lukas: Ich wollte eh schon seit längerem in Bochum spielen, da ich mittlerweile hier wohne, und bin froh, dass das in dem Rahmen des Festivals jetzt klappt.

 

Apropos Festival – Nennt mal eure lustigsten Festivalerlebnisse!

Lukas: Auf dem Fusion-Festival dieses Jahr war’s ganz schön wild. Wir sind schon einen Tag vor unserem Gig angereist, um das Festival und die Atmosphäre zu genießen. Dabei haben wir uns dann irgendwie aus den Augen verloren. Man kann da so gut wie gar nicht telefonieren, weil man kein Netz hat. Wir waren beide sehr erleichtert, als wir uns dann zufällig wiedergetroffen haben – wir hatten ja noch ein Konzert zu spielen…

Erol: Oh ja, und wir haben dieses Jahr auch in England auf dem Latitude-Festival gespielt. Alles war locker und entspannt und fünf Minuten vor dem Konzert, als alles schon auf der Bühne stand, hat ein wesentlicher Teil unseres Konzepts – unsere selbstgebastelten Hämmer – nicht funktioniert. Da war natürlich keine Zeit mehr noch groß irgendwas zu reparieren – vor allem wussten wir nicht genau was genau kaputt war… Wir mussten dann improvisieren und ohne die Hämmer spielen. Umso glücklicher waren wir beide, dass die Leute das trotzdem gefeiert haben.

 

Wenn ihr nicht gerade auf Festivals spielt, wohnt ihr beide in Bochum. Habt ihr einen Lieblingsort in unserer schönen Ruhrgebietsstadt?

Lukas: Wir waren jetzt – gerade im Sommer – vor oder nach unseren Proben oft im Westpark. Da kann man ganz gut entspannen.

 

Was verbindet ihr mit dem Ruhrgebiet und was macht das Ruhrgebiet für euch aus?

Erol: Vor allem die Leute! Die sind so schroff und ehrlich, das mag ich. Und dass hier alles so nah beieinander liegt. Man fährt 20 Minuten und ist in Dortmund oder Essen, oder oder oder…

Lukas: Zechen und Halden! Ich liebe Halden! Man kann über alles drüber schauen. Fast wie zu Hause in der Schweiz.

Wer die Grandbrothers bei unserem Festival live erleben möchte, kann dies tun. Und zwar am Sonntag, den 27.09., um 20 Uhr in der Christuskirche.
Die Tickets erhältst du im Vorverkauf – und bis zum 16.09(!) noch als Frühbucheraktion für 10€ zzgl. VVK-Gebühr – bei:

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