Unser “8 mal 8”-Interview mit Johanna Löwen

Es geht weiter mit unserer “8 mal 8”-Interview-Reihe, in der wir Akteure, Partner und Künstler unseres Festivals vorstellen. In dieser Ausgabe wagen wir den ersten Festival-Rückblick:

Als Wahl-Bochumerin entdeckt Johanna Löwen immer wieder neue Seiten dieser Stadt und ist dabei jedes Mal von ihrer Vielseitigkeit begeistert. Es gibt viele Menschen, die sich für Bochum einsetzen. Johanna Löwen gehört definitiv dazu – Johanna leitet das Projektbüro unseres Kooperationspartners UniverCity Bochum. Denn auch dem Verbund UniverCity Bochum geht es um die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Als Wissenshochburg im Ruhrgebiet studieren an den acht Bochumer Hochschulen rund 55.000 Studierende. Gemeinsam setzen sich die mittlerweile 12 Netzwerkpartner für die weitere Stärkung Bochums als Stadt der Wissenschaft und Bildung ein. Johanna ist dabei im Projektbüro für die Kommunikation und die Projektentwicklung und –steuerung zuständig. Eine tolle Aufgabe – wie sie selbst sagt!

Johanna, welche gesellschaftlichen Themen haben dich in den letzten Wochen und Monaten am meisten bewegt?

Mir ist es ein großes Anliegen, dass die Integration der Flüchtlinge gelingt. Hier spielt der Zugang zu Bildung meiner Meinung nach eine entscheidende Rolle, und ich finde es toll, wie viele Angebote bereits jetzt an den Bochumer Hochschulen geschaffen werden.

 

Was war dein Schlüsselerlebnis in letzter Zeit?
Am vergangenen Wochenende habe ich Familie und Freunde in meiner Heimatstadt besucht und natürlich auch von Bochum geschwärmt. In Bochum studieren mehr Menschen als diese Stadt Einwohner hat. Diesen Fakt allein finde ich faszinierend, denn er birgt noch so viel (mehr) Potential!

 

Wie würdest Du Menschen die Arbeit von UniverCity Bochum erklären, die euch noch nicht kennen?
UniverCity Bochum steht für ein Netzwerk aus 12 starken Partnern, die sich gemeinsam für die weitere Stärkung Bochums als Stadt der Wissenschaft und Bildung einsetzen. In dem Netzwerk sind unter anderem sieben Bochumer Hochschulen und die Stadt Bochum. Die sehr enge und konstruktive Zusammenarbeit im Netzwerk ist etwas Besonderes, um das uns andere beneiden.

UniverCity Bochum steht gleichzeitig auch für die gemeinsame Marke, unter der die Netzwerkpartner gemeinsame Maßnahmen umsetzen. Zu diesen zählen beispielsweise hochschulübergreifende Studieninformationsangebote, die KinderUni Bochum oder wechselnde Aktionen für Studierende.

Schließlich steht UniverCity Bochum auch für einen gemeinsamen programmatischen Ansatz, der Wissen als zentrales Thema der Stadtentwicklung begreift.

 

Was motiviert dich?
Mich motiviert vor allem die spannende Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern im Verbund der UniverCity Bochum. Denn für mich sind die Themen Wissen und Bildung die Garanten für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.

 

Vervollständige folgenden Satz: Das Festival n.a.t.u.r ist für mich…
…eine tolle Gelegenheit, viele engagierte Akteure in Bochum sichtbar zu machen und sich selbst weiter zu vernetzen.

 

Was hat das Festival n.a.t.u.r. für dich so spannend gemacht?
Spannend war, neue Gesichter hinter bekannten Akteuren kennenzulernen und Orte auf eine andere Art zu erleben.

 

Johanna, hast du einen speziellen Lieblingsort in Bochum?
Meine Lieblingsorte in Bochum wechseln immer wieder. Bei schönem Herbstwetter verbringe ich meine Mittagspause gern auf den Stufen neben der Pauluskirche in der Bochumer Innenstadt und trinke dort einen guten Kaffee.

 

Was macht das Ruhrgebiet für dich aus?
Mich fasziniert immer wieder die Offenheit der Menschen für Neues. Die Fähigkeit und der Wille zur Veränderung sind etwas, was die Region für mich ausmacht.

 

Unser “8 mal 8”-Interview mit Joscha Hendricksen

Künstler, Kurator oder kunstpolitischer Aktivist – Genau zu definieren was Joscha Hendricksen macht und welche Rolle er beim Festival n.a.t.u.r. spielt, ist gar nicht so einfach zu erklären. Wir versuchen Licht ins Dunkle zu bringen und stellen euch in der vierten Ausgabe von „8 mal 8“ Joscha vor.

Joscha tritt in seinen extrovertierten und anti-autoritären Perfomances als avantgardistischer Vocalist, Kaberettist sowie als Komponist auf. Zudem ist Joscha Teil und Moderator von Netzwerk X. Das Netzwerk X ist 2011 angetreten, um die Zustände im Kunst- und Kulturbetrieb im Ruhrgebiert zu verbessern. Das Projekt umfasst beispielsweise die Planung und Durchführung von Aktionen zur Erschließung von Freiräumen anhand von kunstpolitischen Aktionen.

Unser langjähriger Festivalfreund Joscha deckt in unserer Interview-Reihe „8 mal 8“  die Festival-Sparte Netzwerk & kunstpolitische Aktion im öffentlichen, urbanen Raum ab.

Joscha, mit welchen gesellschaftlichen und politischen Problemen hast du dich in den letzten Wochen beschäftigt und welche lassen dich nicht zur Ruhe kommen?

Das Verhältnis zwischen den Menschen und Institutionen. Zwischen Staat und Gesellschaft. Die Reichweite des eigenen Handelns und den Ansprüchen, die man an sich selbst stellt. Mich treibt folgende Frage rum: Welche Rolle spielt Kunst, Kommunikation und Aktivismus in unserem demokratischen Informationsaustausch und Zusammenleben? Dabei geht es natürlich immer um die Entwicklung unserer Gesellschaft. Und natürlich nicht zuletzt die Themen Flucht, Vertreibung und Krieg. Diese vielfältigen persönlichen und gesellschaftlichen Themen haben mich in letzter Zeit bewegt.

 

Das sind auf jeden Fall viele Dinge, die dich beschäftigen. Reduzieren wir es auf eine Thematik: Was würdest du als dein Schlüsselerlebnis in letzter Zeit bezeichnen?

In Essen wird zur Zeit darüber diskutiert, ob wir ein selbstverwaltetes Refugee Welcome-Zentrum aufbauen. Dabei sind die großen Fragen, wie sich das auf der Verwaltungsebene und auf der politischen Ebene überhaupt umsetzen lässt. Das ist natürlich auch ein politischer Beitrag.

 

Joscha, wie definierst Du Kunst?

Kunst zu machen setzt für mich an der Stelle an, an der es sein muss und ich mich nicht mehr anders ausdrücken kann. Kunst ist für mich immer eine Form der Ästhetik und ein Umgang mit dieser.

 

Was motiviert dich Kunst zu machen und was willst du mit deiner Kunst erreichen?

Mich motivieren die Menschen. Letztlich ist es auch eine Sehnsucht etwas auf die Bühne zu bringen, was meiner Meinung nach fehlt und was ich selbst gerne sehen würde. Ich will einen Raum schaffen für Kunstformen, die im Mainstream kaum Platz finden, Nischen bedienen und eine spezifisch-konsequente Form von Kunst darstellen.

 

Vervollständige folgenden Satz: Das Festival n.a.t.u.r. ist für mich…

…ein interessanter Versuch, Kunst mit verschiedenen Organisationen und Strukturen zu vermischen und etwas zu gestalten – und nicht zuletzt ein lustiges Festival!

 

Was macht das Festival n.a.t.u.r. für dich so spannend und worauf freust du dich bei der diesjährigen Ausgabe besonders?

Ich freue mich, ein Teil des Festivals zu sein. Außerdem hoffe ich viele interessante Gespräche und einen Austausch zu führen. Vielleicht kommen auch kritische Diskussionen zustande, welche ich auch künstlerisch umsetzen kann. Wir nähern uns gemeinsam und voller Vorfreude dem Gegenstand: Festival n.a.t.u.r. 2015.

 

Schauplatz des Festivals ist Bochum. Hast du einen speziellen Lieblingsort in unserer Stadt?

Ich habe lange in Bochum gewohnt und mein Lieblingsort ist der Stadtpark in Bochum. Der Stadtpark ist einfach wunderschön.

 

Was macht das Ruhrgebiet für dich aus?

Meine vielen Freunde! Es ist für mich immer besonders spannend hier zu sein, da diese vielen persönlichen Kontakte mir mein Künstlerdasein und meine Projekte enorm erleichtern. Das Ruhrgebiet ist ein spannender Spielort!

Wer Joscha und seine Performance einmal live erleben möchte: Von Montag dem 28.9. bis Mittwoch den 30.9. lädt das Netzwerk X ganztägig in die Rottstr5Kunsthallen. Als Büro, Kontaktzentrum, Lesehalle und Arbeitsraum bieten die Kunsthallen in diesen Tagen Möglichkeit zum Austausch, Kennenlernen, Essen und Mitmachen. Als Gastgeber steht Joscha der gesamten Öffnungszeit Rede und Antwort. Besucht ihn! Das Programm für die Tage findet ihr hier:

Tag 1

Tag 2

Tag 3

Unser “8 mal 8”-Interview mit Lena Tempich

Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen. Dieses Zitat von Johann Wolfgang von Goethe könnte auch von unserer aktuellen Interview-Partnerin stammen. Im dritten Teil unserer Interview-Serie „8 mal 8“ stellen wir euch die Künstlerin Lena Tempich vor. Lena wohnt seit sechs Jahren in Bochum, ist Figurenspielerin, (Sand-)Bildhauerin und ausgebildet in somatischer Bewegungskunst. Zudem arbeitet Lena als Performerin und gibt Workshops im Bereich Tanz- und Bewegungstheater.

Ihre Performance Lokal Global (27. September ab 16 Uhr im Freibad) beim Festival n.a.t.u.r ist ein Bürgerprojekt von Bürgern für Bürger! Das Konzept des Abends sieht vor, dass Künstler unterschiedlicher Disziplinen den Abend zusammen performativ gestalten. Bisher fand der Lokal Global-Abend vier Mal an verschiedene Orten in Bochum statt. Die kompanie liaison à faire, Teil der freien Theater- und Performanceszene des Ruhrgebiets, ist der Gastgeber des Abends. Jeder Abend ist einzigartig und nicht wiederholbar. Improvisation,  Partizipation und Interdisziplinäres sind die spannenden Zutaten, aus denen dieser Performance-Abend gebacken wird.

Lena deckt in unserer Interview-Reihe natürlich die Festival-Sparte Kunst ab. Wir führten mit Lena ein Interview nach allen Regeln der Kunst.

Lena, welches gesellschaftliche Thema hat dich in den letzten Wochen bewegt?

Am meisten bewegt hat mich das Thema Migration. Die Thematik ist natürlich gerade sehr aktuell, aber ich habe mich auch schon vorher stark dafür interessiert. Besonders mit der Frage, wie wir mit dieser globalen Situation und unserer Verantwortung als Gesellschaft umgehen. Das sind auch Fragen und Anregungen, mit denen ich mich bei Lokal Global beschäftige. Bei Lokal Global greifen wir das auf einer kleineren Ebene auf und versuchen etwas politisch, gesellschaftlich in Verbindung mit Kunst zu aktivieren.

 

Was würdest du als dein Schlüsselerlebnis in letzter Zeit bezeichnen?

Ich erinnere mich an einen Moment in einer Theaterprobe: Ein Teil der internationalen Gruppe hat sich auf Französisch unterhalten und die restliche Gruppe hat nichts verstanden und fühlte sich für eine bestimmte Zeit ausgegrenzt. Wenn man das auf eine globale Ebene emporhebt, dann muss man sich zwangsläufig fragen: Wie können wir erreichen, dass wir die Globalisierung miteinander schaffen und nicht gegeneinander, sodass sich am Ende keiner ausgegrenzt fühlt. Wie kann die Situation entstehen, dass wir zusammen an einem Strang ziehen, trotz unterschiedlicher Sprachen und Kulturen. Das ist eine Herausforderung für alle. Letztlich geht es darum, ein Miteinander zu schaffen.

 

Lena, was erwartet die Menschen, die dich und deine Kunst-Performance noch nicht kennen?

Es gibt zwei verschiedene Aspekte. Der eine steckt schon im Namen der Veranstaltungsreihe: Lokal Global. Das heißt: Es gibt metaphorisch gesehen kein draußen und kein drinnen, da jeder Teil des Ganzen ist. Der Zuschauer findet nicht diese klassische Bühnensituation vor. Anhand von performativen Strategien und Experimenten ist der Zuschauer in Bewegung und mitten im Geschehen. Das spiegelt sich in der Kunst-Performance wieder. Der zweite Aspekt ist, mit Improvisation zu arbeiten, verschiedene Akteure aus verschiedenen Disziplinen kommen zusammen und gestalten etwas gemeinsam allein das bezieht das Publikum schon mit ein, weil es Teil des Moments ist, indem etwas entsteht. Improvisation ist letztlich eine Praxis.

 

Was motiviert dich?

Mich motiviert eine Art der Kommunikation und des Ausdrucks zu finden, die man so im normalen Leben und im Alltag nicht findet. Das ist eine Sehnsucht und ein inneres Bedürfnis von mir. Im Theater kommen Menschen zusammen, die auf anderen Ebenen miteinander in Kontakt treten, kommunizieren und etwas schaffen.

 

Vervollständige folgenden Satz: Das Festival n.a.t.u.r. ist für mich…

…eine schöne Möglichkeit Menschen aus der ganzen Stadt und den unterschiedlichsten Gebieten und Disziplinen zusammenzubringen. Ich sehe das Festival n.a.t.u.r. als Bürgerfest, das es anhand seines Spirits schafft Menschen zu aktivieren, zusammen zu kommen, sich zu zeigen. In einer Stimmung, die der Natur und den Menschen gegenüber freundlich gestimmt ist.

 

Was macht das Festival n.a.t.u.r. für dich so spannend und worauf freust du dich bei der diesjährigen Ausgabe besonders?

Ich bin ein Teil des großen VeLo-ve Aktionstag in der Pantoffelfabrik und hoffe, dass wir auch dort viele Gäste willkommen heißen dürfen. Außerdem freue ich mich sehr auf die Begrünungsaktion auf dem Tana-Schanzara-Platz.

 

Mal ehrlich: Hast du einen speziellen Lieblingsort in unserer Stadt?

Lange Zeit war das FKT (Freies Kunst Territorium) mein Lieblingsort in Bochum. Leider gibt es diesen Ort nicht mehr. Ich mag den Westpark und den Stadtpark sehr gerne. Zusätzlich hat man dort auch noch die Jahrhunderthalle. Ich bin gerade auf der Suche nach meinem neuen Lieblingsort in der Innenstadt.

 

Das Festival n.a.t.u.r. findet im Herzen des Ruhrgebiets, in Bochum, statt. Was macht das Ruhrgebiet für dich aus?

Mich fasziniert am Ruhrgebiet der Wandel, der hier zu spüren ist. Man hat das Gefühl, dass etwas passiert.  Auch wenn man das vielleicht nicht immer auf den ersten Blick sieht. Im Ruhrgebiet ist auf jeden Fall eine ganze Menge Potenzial vorhanden.

Wenn ihr Lena und ihre Performance Lokal Global erleben wollt, dann kommt am 27. September ab 16 Uhr ins Freibad. Mehr Informationen über die Veranstaltung und Lenas’ Performance findet ihr unter: http://festival-natur.de/veranstaltung/performance-lokal-global/. Seid dabei!

Unser “8 mal 8”-Interview mit Andreas Jacob

Im zweiten Teil unserer Interview-Serie „8 mal 8“ stellen wir euch heute Andreas Jacob von Sportsfreunde Bochum vor. Andreas, Gründer von den Sportsfreunden und von allen nur liebevoll „Ede“ genannt, ist seit der ersten Stunde ein Partner und fester Programmpunkt vom Festival – quasi einer der Punkte in n.a.t.u.r.
Für alle, die seinen Plan B für die Mucki-Bude noch nicht kennen: Sportsfreunde Bochum funktioniert einfach mal das gesamte Bochumer Stadtgebiet anhand von Events, Fun- und Trendsportangeboten zum urbanen Sportplatz um und bietet so eine willkommene und vollkommen innovative Alternative zum herkömmlichen Sportverein an.
Mit dieser großartigen Umnutzung 2.0 weckt Ede nicht nur langsam und sicher auch das Interesse anderer Städte, sondern auch uns an diesem Morgen.

Unser Sportsfreund Ede stand bzw. saß uns bei 8 Situps Rede & Antwort und deckt in unserer Interview-Reihe 8 mal 8 natürlich die Festival-Sparte Bewegung und Freizeit im öffentlichen, urbanen Raum ab.

Ede, Bochum und das Ruhrgebiet befinden sich im stetigen Wandel und Umbruch. Welche gesellschaftlichen Themen bewegen dich zur Zeit am meisten?

Eindeutig die derzeitige Flüchtlingsdebatte. Ich denke, dass diese Bilder an keinem spurlos vorbeigegangen sind und jeden bewegen. Es ist schön zu sehen, dass trotz der ganzen negativen Schlagzeilen der letzten Zeit, ein Großteil der Gesellschaft sehr hilfsbereit ist. Da ist ganz viel positive Energie und Euphorie zu spüren.

Was würdest du als dein Schlüsselerlebnis in letzter Zeit bezeichnen? 

Ich habe vor wenigen Tagen ein Video von der Ankunft von 1500 Flüchtlingen am Dortmunder Hauptbahnhof gesehen und das hat mich sehr berührt.

Du hast dich selbstständig gemacht und bist dabei Risiken eingegangen. Erzähl uns doch, warum du Sportsfreunde Bochum gegründet hast und inwiefern sich deine Sport-Alternative von anderen Fitnessstudios unterscheidet?

Während meines Sportstudiums in Bochum wusste ich bereits, dass ich eine Alternative zu herkömmlichen Fitnessstudios und normalen Sportvereinen gründen wollte. Das heißt für mich: Menschen zu begeistern, die mal etwas neues und unkonventionelles im Sportbereich erleben und mehrere Sportarten gleichzeitig machen wollen. Sportsfreunde Bochum würde ich folgendermaßen definieren: Vielfältige Sportangebote werden professionell vermittelt und Menschen kommen in Bewegung und zusammen, die einmalige Erlebnisse erfahren wollen.

Was motiviert dich?

Das sind ganz verschiedene Dinge. Letztlich ist das auch ein Bestandteil von Motivation: Das einen selbst ganz viele verschiedene Impulse motivieren. Bei mir ist das auf jeden Fall die Bewegung und ich möchte etwas erleben. Am Wochenende war ich zum Beispiel auf einer Hochzeit in Mailand. Ich spreche kein Wort Italienisch und bin nachher mit drei neuen Freunden nach Hause gefahren. Das sind Erlebnisse, die man nicht vergisst.

Vervollständige folgenden Satz: Das Festival n.a.t.u.r. ist für mich…

… ein ganz besonderes Festival und Ereignis. Ich bin seit 2011 Partner und Unterstützer des Festivals und habe euch viel zu verdanken. Ich freue mich, dass es euch jetzt im 5. Jahr gibt und ich immer noch mit dabei bin.

Was macht das Festival n.a.t.u.r. für dich so spannend und worauf freust du dich dieses Jahr besonders?

Ich glaube, dass das Festival n.a.t.u.r. deutschlandweit fast einzigartig ist, da es so viele unterschiedliche Bereiche miteinander verknüpft. Das Umfeld und der urbane Raum wird wahnsinnig vielfältig genutzt. Künstler, Musiker und Vereine sind mit dabei, bis zum Imker und der Vorlesung im Bermuda3eck. Man kann gar nicht so genau sagen, was das N.A.T.U.R.-Festival letztlich ist. Mir geht es bei der Beschreibung von Sportsfreunde Bochum genauso (lacht). Es geht bei beiden immer darum, sein urbanes Umfeld zu nutzen und Erlebnisse zu schaffen. Ich glaube, dass verbindet uns. Mein persönliches Highlight ist natürlich unsere Fahrradtour „VeLo-ve Bochum“ am 3. Oktober.

Bleiben wir in Bochum. Hast du einen speziellen Lieblingsort in unserer Stadt?

Da gibt es eine ganze Menge, da Bochum so vielfältig ist und viel bietet. Im Süden von Bochum haben wir die Ruhr und die wunderschöne Effringhauser Schweiz. Im Norden haben wir den Kanal. Wir haben ein wahnsinnig gutes Fahrradnetz, Wanderwege und sogar einen Jakobsweg, der durch Bochum und das Ruhrgebiet führt.

Was macht das Ruhrgebiet für dich aus?

Ich sehe das Ruhrgebiet als Metropolstadt, da es aus ganz vielen einzelnen Städten und Teilen besteht. Bochum ist ein wichtiger Teil davon. Das Ruhrgebiet lädt ein, dass Umfeld zu entdecken und zu erfahren und das ist einfach spannend.

Wer Ede und sein tolles Team mal live erleben möchte und Lust hat seine Stadt sowie Sport & Bewegung mal auf neue Weise kennenzulernen, kann und sollte dies am besten sofort bei einem kostenlosen Probe-Training und in sportlicher Montur tun.

8 mal 8 – Start unserer Interview-Serie

8 mal 8 – Mit diesem Format aus acht Fragen an acht Akteure oder Gruppen wollen wir euch in den kommenden Tagen acht Sparten vorstellen, die unser Festival n.a.t.u.r. maßgeblich ausmachen und tragen. Was die Akteure zu sagen haben, drücken sie in der Regel ja mit ihren Arbeiten aus. Wir möchten mit 8 mal 8 aber auch gerne die Menschen kennenlernen, die hinter ihrer Arbeit oder ihrer Performance stecken. Wir starten unsere 8 mal 8– Interview-Serie heute mit der Sparte Musik und den Grandbrothers.

Lukas Vogel und Erol Sarp sind zusammen die Grandbrothers. Nach gefeierten Festival-Gastspielen auf dem Haldern Pop oder dem c/o Pop Festival in Köln, spielen die Grandbrothers, im Rahmen des Festivals n.a.t.u.r., am 27. September in der Christuskirche in Bochum. Das Piano-Duo kreiert einen einmaligen Sound, der klassische Klavierkompositionen mit elektronischer Klangästhetik und modernen Produktionsmitteln verbindet. Im Vorfeld des Festivals haben wir mit den beiden sympathischen Klangkünstlern ein Kurzfragen-Interview geführt.

Erol und Lukas, es sind unruhige und stürmische Zeiten. Welche gesellschaftlichen Themen bewegen euch zur Zeit am meisten?

Lukas: Wir halten uns mit gesellschaftlichen und politischen Aussagen eher bedeckt, verfolgen die aktuelle Flüchtlingssituation und entsprechende Parolen, wie viele andere auch, mit großer Besorgnis.

Erol: Umso schöner ist es zu sehen, dass es viele Aktionen gibt, die den Flüchtlingen zeigen, dass sie hier willkommen sind. Beispielsweise an diversen Bahnhöfen, an denen Menschen mit Applaus und Geschenken auf die Flüchtlinge warten und diese empfangen.

Was würdet ihr als euer persönliches Schlüsselerlebnis in letzter Zeit betrachten?

Lukas: Ich war vor ein paar Wochen zum ersten Mal Fallschirmspringen. Das war auf jeden Fall ein ganz besonderes Erlebnis. Ich will nun definitiv den Schein machen, um auch alleine springen zu können. Beim Sprung erlebt man ein unglaublich intensives Freiheitsgefühl.

Erol: Momentan konzentriere ich mich viel auf die Musik. Da sind kleine wie große Erfolge gerade sehr wichtig für mich und zukunftsweisend.

 

Bleiben wir bei der Musik. Wie würdet ihr eure Musik bzw. euren Musikstil für Menschen beschreiben, die euch noch nicht kennen?

Erol: Das ist immer etwas schwierig. Da fallen oft so Begriffe wie „Ambient“,„Neoklassik“ oder „Intelligent Dance Music“, mit denen aber auch keiner wirklich was anfangen kann. Ich hab da noch keine gute Beschreibung gefunden und druckse immer etwas rum…

Lukas: …in unserer Musik stecken viele verschiedene Genres, die wir gerne hören und mögen. Vielleicht so etwas wie Klaviermusik mit Elektronik und Beats.

 

Was motiviert euch?

Lukas: Wir wollen mit unserer Musik sicher auch die Leute bewegen. Also emotional bewegen, aber auch physisch. Auf Konzerten, bei denen die Leute stehen, ist es immer ganz schön zu beobachten, dass viele anfangen zu tanzen. Das war von Anfang an das Konzept: Eine Mischung aus musikalischer Tiefe und Tanzbarkeit.

Erol: Und wenn nach einem Konzert jemand kommt und sagt „Ich hab geweint und getanzt“ (das ist echt schon vorgekommen!), dann haben wir eigentlich genau unser Ziel erreicht.

 

Vervollständigt folgenden Satz – Das Festival n.a.t.u.r. ist für uns…

Erol: …wir sind noch nicht so lange in Bochum und müssen die ganze Szene hier noch erkunden. Nachdem wir für das Festival angefragt wurden, haben wir uns das Programm angeschaut und fanden die Ideen und Ansätze sofort gut. Wir haben gerne zugesagt.

Lukas: Ich wollte eh schon seit längerem in Bochum spielen, da ich mittlerweile hier wohne, und bin froh, dass das in dem Rahmen des Festivals jetzt klappt.

 

Apropos Festival – Nennt mal eure lustigsten Festivalerlebnisse!

Lukas: Auf dem Fusion-Festival dieses Jahr war’s ganz schön wild. Wir sind schon einen Tag vor unserem Gig angereist, um das Festival und die Atmosphäre zu genießen. Dabei haben wir uns dann irgendwie aus den Augen verloren. Man kann da so gut wie gar nicht telefonieren, weil man kein Netz hat. Wir waren beide sehr erleichtert, als wir uns dann zufällig wiedergetroffen haben – wir hatten ja noch ein Konzert zu spielen…

Erol: Oh ja, und wir haben dieses Jahr auch in England auf dem Latitude-Festival gespielt. Alles war locker und entspannt und fünf Minuten vor dem Konzert, als alles schon auf der Bühne stand, hat ein wesentlicher Teil unseres Konzepts – unsere selbstgebastelten Hämmer – nicht funktioniert. Da war natürlich keine Zeit mehr noch groß irgendwas zu reparieren – vor allem wussten wir nicht genau was genau kaputt war… Wir mussten dann improvisieren und ohne die Hämmer spielen. Umso glücklicher waren wir beide, dass die Leute das trotzdem gefeiert haben.

 

Wenn ihr nicht gerade auf Festivals spielt, wohnt ihr beide in Bochum. Habt ihr einen Lieblingsort in unserer schönen Ruhrgebietsstadt?

Lukas: Wir waren jetzt – gerade im Sommer – vor oder nach unseren Proben oft im Westpark. Da kann man ganz gut entspannen.

 

Was verbindet ihr mit dem Ruhrgebiet und was macht das Ruhrgebiet für euch aus?

Erol: Vor allem die Leute! Die sind so schroff und ehrlich, das mag ich. Und dass hier alles so nah beieinander liegt. Man fährt 20 Minuten und ist in Dortmund oder Essen, oder oder oder…

Lukas: Zechen und Halden! Ich liebe Halden! Man kann über alles drüber schauen. Fast wie zu Hause in der Schweiz.

Wer die Grandbrothers bei unserem Festival live erleben möchte, kann dies tun. Und zwar am Sonntag, den 27.09., um 20 Uhr in der Christuskirche.
Die Tickets erhältst du im Vorverkauf – und bis zum 16.09(!) noch als Frühbucheraktion für 10€ zzgl. VVK-Gebühr – bei:

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