TAG 1 - Flashmob

Tag 1 – Festival n.a.t.u.r.

Nach Tagen der digitalen Enthaltsamkeit bzw. dem täglichen Festivaltreiben in der Offline-Welt wollen wir uns einfach mal wieder mit einem Lebenszeichen aus der n.a.t.u.r. bzw. dem Büro zurückmelden und auf die ersten Tage von Festival n.a.t.u.r. 2015 zurückblicken, obwohl wir ja noch mittendrin (im Festival) sind, statt nur dabei.

Wir beginnen mit Tag 1 (Freitag 25. September).

Was ist eine Tanzdemo? Nein, sie hat – zumindest in unserem Fall – nichts mit Politik zu tun. Deswegen konnten die freundlichen Polizisten, die uns begleiteten, ihre dicken Schulterpolster auch gleich wieder einpacken. Wir wollen uns einfach durch den tristen Alltag Bochums tanzen. So geschehen am vergangen Freitag auf dem Husemannplatz. Als “Lauti” (Lautsprecherwagen) diente das originelle Hoodoo-Mobil: ein Oldtimer, der aus der Feuerwehr eine Feierwehr macht.

Tanzend zog es die Feierfreunde durch die Viktorastraße zum Rathausvorplatz, wo es immerhin pseudo politisch wurde: Ein packender Redebeitrag überzeugt die Masse. Begeistert von der Idee, das Ruhrgebiet zum riesigen “Ruhrlandsee” von Oberhausen bis zur Cranger Kirmes zu fluten, zog die Demo in Polizeischutz in Richtung Bermudadreieck. “Her mit dem Ruhrlandsee, nie wieder pumpen!”, forderte man im Sprechchor zu den Klängen des DJ-Teams “Baulter”. Die Idee: Für den Ruhrlandsee müssen die Pumpen abgeschaltet werden, die dem Ruhrgebiet zur Zeit das Schachtwasser fernhalten. Eine Ersparnis von vielen Millionen Euro, nur müssten dafür weit über 100.000 Menschen umgesiedelt werden.

“Wir stopfen das Ozonloch”, hieß die Devise dann am Engelbert-Brunnen. Wie alles begann, referierte Schauspieler Arne Nobel mit seiner Fassung von “Prometheus”. 99 bunte Luftballons wurden verteilt und nach einem Countdown gleichzeitig steigen gelassen – zum Song “Freedom” ein Gänsehautmoment.

Nicht unter die Haut, sondern aufs Trommelfell ging die Abschlussaktion des Tages: Angelockt von den Rhythmen Sebastians und Thomas zogen Tanzdemo und Pseudo-Wutbürger mit Trommeln und Eimern in Richtung KAP-Bühne. Als der Mob am lautesten war, stießen auch noch die rund 50 Radler der Critical Mass-Gruppe Bochum mit Fahrrad und Klingeln dazu – denn wenn einer klingelt, dann klingeln alle. Die Biker hatten zuvor eine Radtour durch Bochum gemacht, um sich die Straße zurück zu holen. Gemeinsam war man lauter als die A40 im Berufsverkehr.

Das Abschließende Bier auf der n.a.t.u.r.-Eröffnungsvernissage in der Zukunftsakademie? Mehr als verdient!